Pädiatrie : Die Macht der inneren Bilder. Wie Visionen das Gehirn, den Menschen und die Welt verändern

Die Macht der inneren Bilder. Wie Visionen das Gehirn, den Menschen und die Welt verändern

EUR 14,90


dünner wein - angeregt durch de guten rezensionen habe ich mir das buch besorgt. leider fand ich es eher eine ansammlung von banalitäten, die durch eine gemeinsame klammer der inneren bilder zusammengehalten und zu einer art erklärung von mechanismen von leben und entwicklung von der ebene der DNA über das gehirn bis zur gesellschaft hochstilsiert werden. in welche weise dieses konzept über den lorenzŽschen satz vom leben als kenntnisgewinnenden prozess und ähnlichen konzepten aus 60er und 70er jahren hinausgehen bleibt fraglich. schmerzlich habe ich tierfergehende gedanken zur frage von repräsentation, symbolik, der frage inwieweit kenntnis überhaupt gewinnbar ist, was den grundlegenden unterschied zwischen erkenntnis auf DNA-Ebene, neuronaler Erkenntnis und gesellschaftlichem Wissen ausmachen kann, die möglichkeit verschiedener arten von inneren Bildern in unserem Gehirn (z.B. verbal und non-verbal) bzw. der Beziehung zwischen Erkenntnis und Abbild zwischen realismus und konstruktivismus und wie das ganze mit neuen erkenntnissen aus der gehirnforschung (der autor ist ja neurobiologe) zusammenhängt, vermisst. stattdessen ergeht sich der autor in (sicher gutgemeinten) allgemeinplätzen aus biologie, soziologie und sogar aus seinem eigenen gebiet, der hirnforschung (fundierte anmerkungen zu evolutionsprozessen und soziologischen und soziobiologischen sichtweisen von gesellschaften und deren mechanismen hatte ich ja ohnehin nicht erwartet). Mein Resumé: der PC macht das Schreiben den Vielschreibern unter den Autoren oft viel zu leicht. Bitte weniger Bücher, und dafür wirklich neue Gedanken, anstatt 130 rasch hingetipppte seiten. Das schwierigste bleibt die knappe und präzise Vermittlung und Argumentation. Es mag zwar sein, dass ich als Neurologe da besonders kritisch bin, aber auch der Autor wird ja wohl - bei allem Streben nach Allgemeinverständlichkeit - den Anspruch haben ein gedanklich dichtes Buch und nicht dünnen Wein produzieren zu wollen.

Neurobiologie für Sachbuch-Muffel... - ... bietet dieses schmale Bändchen, das insbesondere diejenigen schätzen werden, denen Sachbücher sonst zu nüchtern sind, und die Poesie und menschliches Einfühlungsvermögen bei naturwissenschaftlichen Büchern vermissen. Hier findet sich das Thema Die Macht der inneren Bilder einmal auf andere Weise behandelt, als es die meisten Bücher über Neurobiologie tun.Gerald Hüther ist zwar Professor für Neurobiologie an der Psychiatrischen Klinik der Universität Göttingen, aber sein Buch zum Thema ist eher literarisch im Ansatz und so beginnt er mit einer persönlichen Geschichte als Einstieg, die er auch zum Schluss noch einmal aufnimmt. Sein Text ist allgemeinverständlich und nachvollziehbar geschrieben, so dass der Professor niemals heraushängt. Leider rutschen für meinen Geschmack Aufbau und Tonfall des Ganzen bisweilen ins Predigthafte, weshalb ich dem Buch hier nur vier Sterne geben mag. Manch einem wird aber gerade das gefallen. Insbesondere den Feinsinnigen und Hochsensiblen unter uns möchte ich dieses Buch wärmstens ans Herz legen.Die Literaturhinweise am Schluss zeigen übrigens, dass es sich beim Autor um einen breit gebildeten Menschen handelt. Hier schreibt ein Wissenschaftler, der auch Goethe, Büchner, Cervantes, Fromm, Hemingway und Rilke liest und nicht nur die obligatorische neurobiologische Fachliteratur. Querdenker werden Hüthers Denkansatz zu schätzen wissen.

Inside Out - #Es ist ihm als..., Es war ihm als... Es vermischt sich die Außenwelt in der Umdeutung der Realität mit der im Subjekt bereits gefestigten Innenwelt. Diese Fiktion Büchners im LENZ ist Hüthers Ideengeber. Büchner versteht, innere Bilder in den Prozess seiner literarischen Grosstat als Impuls zu verwenden. Was Menschen im Alltag bewegt, wie die inneren Bilder wirken, woher sie kommen und wie wir mit ihnen umzugehen haben, das alles ist Hüthers Motivation aufzuklären. Gerald Hüther ist Neurologe und Professor für Neurobiologie an der UNI Göttingen und kennt den LENZ. Sein Buch der Visionen gibt einen wunderbaren Einblick in die Welt der inneren Bilder, betrachtet aus den Perspektiven unterschiedlicher Professionen und Absichten. Er genießt es förmlich, seine Lebenserfahrung (Beispiel sei das Gespräch mit seinem Opa) mit dem wissenschaftlichen Anspruch zu verbinden. Beispiele der Biologie geben mannigfaltige Hilfen. Die Entwicklung und Vergrößerung des Gehirns im Laufe der Evolution oder durch Lernvorgänge mit Synapsenbildung weisen auf innere Bilder und deren Bedeutung im täglichen Leben. Diese Bilder entscheiden über Gut und Böse, Schön und Hässlich, über Attraktion und Abstoßung. Damit dienen diese inneren Bilder nicht nur der Hilfe (vgl. Imagination als Therapie nach Lazarus) sondern verführen den Menschen auch zum Sklavendasein, dass heißt in eine Abhängigkeit, da die inneren Bilder ein längeres Dasein kennzeichnet als die jeweilige Lebensform. Schädlich werden sie auch dort, wo sie als Illusion die Realität unumkehrbar bestimmen. Dort bestimmen sie allerdings die Bedeutung der Kunst, der Lyrik, wenn sie sich als Dämon (vgl. die Analysen von Rüdiger Safranski, Stefan Zweig) der kreativen Art zeigen.Die Welt, als Welt- und als Menschenbild, verändert sich mit einer dramatischen Schnelligkeit, dass der der Mensch im Taumel der vermeintlichen Begeisterung über die Selbstgestaltung der Bilder, sich Luft zum Atmen und Zeit zum Nachdenken nimmt. Damit ist kritisch zu hinterfragen, inwieweit es erstrebenswert ist, diese Vision zu realisieren. Wichtig ist eher, dass von jedem Standpunkt aus Brücken geschlagen werden müssen, die scheinbar Getrenntes wieder verbinden. Wir Menschen müssen davon ausgehen, dass nichts Getrenntes unter der Sonne existiert. Damit sind gewonnene und festgebundene Vorstellungen und Überzeugungen zu hinterfragen, zu befreien zur Integration ins Ganze.Sein Umgang mit Beispielen der Natur, der Evolution verdient Beachtung. Denn keiner seiner Thesen bedarf einer Nische des Versteckens hinter nicht verstehbarer Wissenschaft. Hüther liebt es anschaulich, so wie Bilder eben sind, die das Handeln, Fühlen und Denken bestimmen. Letztendlich bestimmen sie das Sein. Und dieses Sein bedarf auch einer immerwährenden kritischen Überprüfung. Denn wenn innere Bilder Initiator für das Handeln sind, muss die Entstehung bekannt sein. Gern verweise ich auf Joachim Bauer, der über Spiegelneuronen weiter berichtet. So gelingt es Hüther ebenso einen gesellschaftskritischen Ansatz anzudeuten, aus der Sicht der Naturwissenschaft ausreichend aber eben nicht erschöpfend.Insgesamt ist die Neurobiologie zu einer wichtigen Theorie in der Bestimmung des Lebens geworden. Vielfältige Foren und Bücher bestätigen dieses. Hüther gelang ein verständlicher Einblick in die Welt der inneren Bilder und deren Bedeutung für die Lebensform. Deswegen hat es meine Empfehlung.

Dieses Buch informiert, unterhält und reißt mit - Dieses Buch informiert, unterhält und reißt mit - und behandelt Stoff, der für ein voluminöses Werk reichen würde. Und doch ist es gut, dass seine 135 Seiten zügig neben all unseren anderen Verpflichtungen gelesen werden können. Dadurch kann sich seine eigentliche Wirkung entfalten, in uns ein inneres Bild vom Wesen allen Lebens entstehen zu lassen, dass das Leben .... immer auch ein innere Bilder generierender Prozess ist, auf der Ebene der Zellen in Form bestimmter DNA-Sequenzen, auf der Ebene von Organismen in Form der die Expression dieser DNA-Sequenzen lenkenden Rahmenbedingungen, auf der Ebene des Gehirns durch individuell gemachte Erfahrungen und auf der Ebene menschlicher Gemeinschaften durch kollektiv akzeptierte und transgenerational kommunizierte Regeln, Vorstellungen und Rituale (S. 43). Das Thema der Bedeutung innerer Bilder wird auf diesen unterschiedlichen Ebenen allen Lebens bis hin zu dem Erkennenden selbst abgehandelt, der mit richtigen Fragen den Geheimnissen des Lebens auf die Spur zu kommen sucht und uns dabei als Modell dient. Wenn er beschreibt, wie er als kleiner Junge seinem Opa Fragen stellen konnte über Apfelbäume und Kirschkerne und der ihm auch zeigte, wie man einen Wildkirschbaum dazu bringt, richtige Kirschen zu tragen, dann drückt sich darin seine Überzeugung von der Bedeutung zwischenmenschlicher Beziehungen für das Erzeugen und Tradieren innerer Bilder aus. Gleichzeitig beugt es Vorbehalten biologistischen Denkens vor. Das Buch selbst folgt so einem inneren Bild, das all das darin enthaltene biologische Wissen (auch die vielfältigen biologischen Fakten) zusammenhält und ihm eine Funktion zuschreibt, die gerade auch für Sozialwissenschaftler, Sozialarbeiter und Psychotherapeuten von Bedeutung ist. Dieses Buch erzeugte in mir innere Bilder und erinnert mich an ein Buch von Gilbert Gottlieb Synthesizing Nature-Nurture, das mich ähnlich ergriff wie dieses Buch von Gerald Hüther, und ebenfalls einen tiefen Einblick in Entwicklungsprozesse gibt. Ich kann es nur wärmstens weiterempfehlen, denn von dieser Sorte Bücher gibt es nicht viele.

Innere Bilder - nicht über einen Kamm scheren? - Bei der ersten Lektüre des Buches war ich ein wenig darüber verärgert, daß in Hüthers beschwingten Ausführungen zwischen den verschiedenen Arten innerer Bilder nicht genügend unterschieden wird. Hüther unterscheidet nur zwischen einengenden, ängstigenden und öffnenden, befreienden Bildern, nicht aber zwischen den leicht beeinflussbaren Wachträumen und den kaum lenkbaren hypnagogen Halluzinationen und Alpträumen (sieht man von den Klarträumen einmal ab.) Weiteres Reflektieren hat mich aber zu der Einsicht gebracht, daß die Macht der inneren Bilder von der Haltung abhängt, die man ihnen gegenüber einnimmt. Ich glaube, das meint auch Hüther. Ängstigen die Bilder, kann man vor ihnen flüchten, sind sie nicht zu ändern. kann man ihnen auch standhalten. Hypnagoge Halluzinationen, die einen in der Dunkelheit verfolgen, können zum Malen surrealistischer Bilder anregen, man kann auch Gedichte darüber schreiben, die inneren Bilder werden so zu Stationen in einem Wunderland, das Alice erst noch entdecken muß. Durch Schreiben und Malen hat man die Schrecken gebannt - nicht für immer natürlich. Warum auch. Als man Kind war konnten die Märchen doch nicht schrecklich genug sein..Man wollte sie immer wieder hören. Wer sich bequem in seinem ererbten Bildermobiliar niederläßt und darin Sicherheit genießt, verpaßt nach Hüther das eigentliche Leben, wo es täglich neue Probleme zu lösen und vermeintlich verbotene Türen zu öffnen gilt.




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